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Posts

Tide.

Ich frage mich... Sinkt der Meeresspiegel, wenn alle Schiffe auf Land gehen, oder steigt er wenn ich ins Meer pinkel? Bin ich eine Insel, wo ist das Ufer, wer ist das Wasser? Hört es jemand, wenn im Urwald ein Baum umfällt? Erhöht sich der Druck in der Atmosphäre, wenn wir die Luft aus allen Reifen dieser Welt lassen? Ändert es etwas am Weltgefüge, wenn ich zwinker, wenn ich lächle oder schnipse? Kann ein Gedanke die Welt verändern? Kann der Flügelschlag eines Schmetterlings auf der ganzen Welt Stürme auslösen? Kann ein falsches Wort zwischen Freunden allein einen Krieg verursachen? Ist Nicht-Zuhören gefährlich? Können Gefühle zu schnell sein? [16.08.2021]

Jetzt.

Machst du das auch? Aufgaben auf später, auf morgen, auf irgendwann verschieben? Und geht's dir auch so gut damit? "Was du heute kannst besorgen..." blabla! Dieser Spruch hat mich seit frühester Kindheit nur genervt. Ich habe mich in meinem Leben bereits sehr früh darauf fokussiert, das Jetzt zu erkennen. Das Hier zu genießen. Das Sein zu leben. Und die zwanghafte Erledigung trivialer Augaben beeinträchtigt, hindert mich, lässt mich den Moment vergessen. Das möchte ich aber nicht, ich mag den Moment. Ich sehe es ein, dass die Erfüllung von Aufgaben definitiv zum Leben gehört, aber ich muss den rechten Augenblick abpassen. Und nur weil die Spülmaschine gerade jetzt piepst, heißt das nicht, dass ich sie auch gerade jetzt ausräumen muss. Irgendwann sicherlich, aber genau jetzt hab ich anderes zu tun. Mein Leben soll selbst- und nicht fremdbestimmt sein, ich nehme wenig bis gar keine Befehle entgegen. Und von einer Spülmaschine oder ähnlichem lasse ich mir bestimmt nicht sage...

Fehler.

Oft ist es ein Fehler, das Gute im Menschen zu seh'n, dieser Gedanke ist fast so naiv wie schön.   Oft ist es ein Fehler, auf Versprechen zu hoffen, zu viele Ehrenworte wurden schon gebrochen.   Oft ist es mein Fehler, aus Fehlern nicht zu lern', doch Irrtümer sind Erfahrungen und die mach ich gern.  [31.07.2021]    

Krieger.

Vor einigen Monaten offenbarte mir eine nah stehende Person, sie müsse mir etwas mitteilen. Sie hätte die Eingebung gehabt, mir unbedingt sagen zu müssen, ich solle "den Krieger in mir rauslassen". Sie hätte mich vor ihrem inneren Auge gesehen, im Wald, einen Baum umarmend. Verdutzt, nachdenklich, aber überaus dankbar und inspiriert, schoss mir diese Aussage durch den Kopf. Der erste Reflex war Abwehr: Nein, ich bin kein Krieger, will nichts mit Gewalt zu tun haben, charakterisiere mich nicht dementsprechend und werde eine solche Seite in mir ganz sicher nicht bewusst nach außen kehren! Da mir das, was diese Person zu mir sagt(e) aber noch nie egal war, beschloss ich, mich beim Zehn-Minuten-Schreiben (es wurden fünfundzwanzig) auf diese Aussage zu besinnen: >> Was macht ein Krieger, was ist typisch für ihn? Er tötet, fiel mir als erstes ein, er verursacht Leid - nein, das bin und das will ich nicht. Er gehorcht Befehlen - jeder der mich auch nur ein wenig kennt, weiß ...

Der Schmerz. Ein Anfang.

Im Leben gibt es immer Situationen, die Menschen entzweien, im selben Moment jedoch Dinge zusammenführt. Überwiegt doch vorerst der Schmerz, so zeigt sich rückblickend und ironischerweise teils bereits in jener Situation, wofür man diesen Schmerz durchzustehen hat. Er regt zum Nachdenken an, zum Handeln, zum Neubeginn, er stärkt. Der Schmerz lässt uns fokussieren, lässt uns loslassen, er tut gut. Er fordert Überwindung und Konfrontation. Und er gibt dafür. Er gibt neue Motivation, neue Erkenntnisse, neue Möglichkeiten. Ich habe mich dazu entschieden, ihn anzunehmen. Der Schmerz darf zu mir kommen. Ich sehe ihn inzwischen nicht mehr als einen zu bekämpfenden, zu unterdrückenden Feind. Er ist da und er ist genau jetzt zur rechten Zeit in mein Leben getreten. Denn wenn jetzt nicht die richtige Zeit wäre, dann wäre er auch nicht da. Der Schmerz darf bei mir, mit mir sein. Er darf, er soll, er muss mein Lehrer sein. Ich möchte die Veränderung, welche er mit sich bringt. Die Unsicherheit geg...