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Tanken.

Ich bin leer. Naja, fast. Die Tanknadel ist satt im Roten, die Warnlampe blinkt. Hab ich ignoriert. Ein paar Kilometer gehen noch, hol den letzten Tropfen raus. Man gewöhnt sich an ein leuchtendes Lämpchen, wenn man es nur lang genug sieht - selbst wenn's nervig flackert. Aber der Wagen rollt ja noch. Also Kupplung kommen lassen und weiter rauf auf's Gas. Das Ruckeln des Motors könnte ein Alarmsignal sein, dass es nicht mehr lange gut geht. Aber ich hab noch ein paar Touren zu machen, noch einiges zu erledigen, keine Zeit zum Tanken. So hab ich lange gelebt, aber damit muss dann auch irgendwann mal Schluss sein. Der Motor trägt auf Dauer erhebliche Schäden davon, bis er nicht mehr will. Meiner will zwar noch, aber er kann nicht mehr so wirklich. Genug Zeit aufgeschoben, genug Alarmsignale ignoriert, jetzt muss getankt werden. Und man darf nie vergessen, dass, wenn man mal durch Einöde, mal durch blühende, aber oft verlassene Landschaften fährt, die Tankstelle noch etliche Kilometer weit entfernt sein kann. Die letzten Tropfen Sprit wollen wohl dosiert sein. Und bis der Tank dann komplett gefüllt ist und der Motor wieder voller Kraft sein Potential ausschöpfen kann, dauert es auch seine Zeit. Und ob ich genug Geld (in diesem übertragenen Sinne Kraft) für eine komplette Tankfüllung hab, ob die eine gefundene Tankstelle genug Sprit für meinen Tank zur Verfügung hat, oder ob ich noch eine weitere aufsuchen muss, kann ich vorher nicht wissen. Mein Ziel ist der volle Tank, aber ob ich erst einige Etappen dafür fahren muss, weiß ich jetzt noch nicht. Was ich weiß ist, dass ich jetzt zwei Gänge runter schalte und den Wagen in aller Ruhe zur nächsten Tanke rollen lasse. Vielleicht haben sie ja dort auch noch ein kühles Bierchen für mich...

[22.09.2022]

 

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Zeit.

Ich weiß, was ich nicht mehr mache: verschieben. Ich habe keine Lust mehr darauf, mit meiner Zeit umzugehen, als hätte ich noch einen ganzen Rucksack voll. Ich werde alles zu mir kommen lassen, es willkommen heißen und es annehmen. Ich werde nicht mehr im Vorhinein sagen, dass ich nicht bereit für etwas bin, dass es eh nicht klappt. Denn ich werde nur herausfinden, ob es für genau das jetzige Geschenk meines Lebens die richtige Zeit ist, wenn ich es mache! Kein Abwarten, kein Herauszögern, kein Verschieben. Ich gebe, nehme und lasse mir die Zeit für das Leben, das Erleben und gebe mich nicht bloß den blöden Sprüchen von zu wenig Lebenszeit hin; ich nutze sie! Zum Lachen, toben, weinen, fühlen, lieben,... zum Leben halt! Wenn ich gehe, will ich einerseits etwas erlebt, andererseits etwas hinterlassen haben. Und dafür muss (nein, darf!) ich machen! Machen was ich will und was ich für richtig und notwendig halte. Und das wird jetzt passieren - noch mehr denn je! Ich wohne inzwischen sei...

auswendig.

Wir wissen, was 1+1 ist - auswendig. Wir kennen Worte, benutzen sie ohne uns damit auseinanderzusetzen, sie zu hinterfragen, sie auseinander zu bauen; wir rufen ab. Wir haben in unserem Leben so viel auswendig gelernt, manches noch immer abrufbar. Besonders präsent sind alte, auswendig gelernte Gefühle und Verhaltensweisen, Verletzungen und deren Narben. Wenn wir uns an unsere Schulzeit erinnern, wissen wir, wie schwierig und anstrengend es war, Gedichte, mathematische Formeln und Vokabeln auswendig zu lernen. Wieso schaffen wir es, (oft ungeliebte und hinderliche) Gefühle und Verhaltensweisen so sehr zu verinnerlichen? Auch diese Altlasten rufen wir ab ohne zu hinterfragen, ohne deren Nutzen und Aktualität zu prüfen. Es wäre an der Zeit, auch unsere auswendig gelernten Emotionen und Muster auf Funktionalität und Sinnhaftigkeit zu überprüfen, anzupassen, zu ändern oder sie einfach zu vergessen, wie damals auswendig gelernte historische Daten und die mathematischen Errungenschaften der ...

Das Notizbuch

Hast du eins? Schaff es dir an! Trete in Kontakt mit deinen Gedanken, nimm sie ernst und nimm sie mit. Sie sind so schnell weg, gute Ideen kommen und gehen. Aber vor allem gehen sie. Dein Geist kann echt was, weißt du das? Werde dir deiner schöpferischen Kraft bewusst und halte das fest, was er produziert. Und selbst wenn du im Moment denkst, dass es nicht so wichtig ist, schreib es auf. Lies es dir am nächsten Tag durch, und wundere dich zeitweise, aber freue dich immer über deine Ergüsse! Alles was du denkst ist es wert, festgehalten zu werden. Nicht immer bist es du, nicht immer ist es die Erfüllung, nicht immer spiegelt es deine tatsächliche Meinung wider, aber immer ging es durch deinen Geist, daher ist es immer relevant für dich und dein Leben. Sonst wäre es nicht da gewesen... Schreib es auf! [19.01.2023]